International Commercial Terms (Incoterms) 2020

Die Internationale Handelskammer IHK (ICC) definiert in einem Turnus von zehn Jahren die Internationalen Handelsklauseln (Incoterms) und passt damit deren Aktualität an.

Die finale Phase der Überarbeitung für 2020 wird voraussichtlich im vierten Quartal 2019 abgeschlossen sein und anschließend publiziert werden, sodass die neuen Incoterms zu Beginn 2020 wirksam werden. Das heißt, dass auch Ihre Verträge mit Lieferanten und Kunden entsprechend aktualisiert werden müssen. Es resultieren notwendige Anpassungen innerhalb Ihres SAP-Systems, unter anderem in Bezug auf Ihre Stammdaten.

Nach aktuellem Kenntnisstand sind dies die bevorstehenden Neuerungen:

  • Eine wichtige Änderung stellt der Wegfall der Handelsklauseln „Ex Works“ (EXW) und „Delivery Duty Paid“ (DDP) dar. Die beiden Klauseln befassen sich mit Inlandsgeschäften, welche mit dem neuen Zollkodex der Europäischen Union unvereinbar sind.

  • DDP unterteilt sich zukünftig in „Delivered at Terminal Paid“ (DTP) – für an das Terminal des Landes des Käufers gelieferte Waren – und in „Delivered at Place Paid“ (DPP) – für Waren, die nicht an ein Transport Terminal geliefert werden.

  • Die „Free Alongside Ship“-Klausel FAS wird ebenfalls nicht weiter fortgeführt. Aktuell wird FAS hauptsächlich für den Export bestimmter Rohstoffe verwendet, weshalb die ICC erwägt, eine eigene spezifische Klausel nur für diese Produkte einzuführen.

  • Etwa 40 % aller internationaler Handelsoperationen werden über die vielseitige Klausel FCA - „Free Carrier Alongside“ abgewickelt. Die ICC prüft die Unterteilung zwischen dem Handel über Land- und Seewege.

  • 2010 wurde die Änderung beschlossen, die Klauseln FOB - „Free on Board“ und CIF - „Cost, Insurance and Freight“ nicht zu nutzen, wenn die Ware in einem Container verschifft wird. Heutzutage werden 80 % der Waren international mittels Containern verschifft, weshalb diese Änderung zurückgenommen werden soll. Somit ist angedacht, die Klauseln FOB und CIF für den Versand mit Containern wieder aufzugreifen.

  • Da FCA die Kosten der internationalen Versicherung des Verkäufers umfasst, aber CIF keine Fracht beinhaltet, entsteht eine Lücke. Eine neue Klausel „Cost and Insurance“ CNI könnte diese Lücke schließen.



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